Februar 13, 2007

Lovely America
Heute: Hühner


Der Freund:
"I wanna go to the flea market."

Jane:
"I once bought a really nice jacket at the flea market. That jacket was awesome."

Freund:
"I wanna buy some stuff there."

Jane:
"What do you want?"


Freund:
"Don't know. Some cool stuff. And I want to see the chicken. There's a chicken playing Tic Tac Toe."

Jane: 
"What chicken?"

Freund (abgeklärt):
"The chicken in the box."

Jane (verwirrt):
"Somebody dressed up as a chicken?" 

Freund:
"Nobody's dressed up, it's a real chicken. And he's a good chicken cause he plays Tic Tac Toe. He's in a box. When you pay a Dollar the chicken comes out and plays the game. You win a hundred Dollars if you can beat the chicken."

Jane (ungläubig):
"Say what? You are crazy. There is no chicken like that."

Freund:
"There sure is. I seen it! And it's here in Florida, too, Charlie at work told me about it. And he said 'You probably don't believe me' and I said 'I do cause I seen it'. And you know what else: I played three times and always lost."

Jane (ausufernd):
"Hahahahaha! Against the chicken!"

Freund (unbeeindruckt):
"Everybody there lost. That's why that guy with the chicken earns money like crazy. And when it's a tie, you don't win either."

Jane:
"Why not? At least it's a tie. You should get your Dollar back."

Freund:
"But it's a chicken! Don't you get it?"

Schweigen.

Freund:
"So you better watch out cause the chicken always wins."

Schweigen.

Jane:
"Why is it a male chicken?"

Freund:
"What?"

Jane:
"You say 'he' all the time. That chicken's female. If not it's a rooster."

Freund:
"Oh whatever."


Januar 30, 2007

Lovely America 
Heute: Der Überfall 


Das Telefon klingelt. 

Jane:
"Hello."

Der Freund (hastig atmend):
"Honey!"

Jane:
"Yes."

Freund (panisch):
"Honey! You will not believe what just happened. I am appalled!"

Jane:
"What's wrong? Don't tell me you ran over your lunch box again."

Freund (abwertend):
"No. [pausierend] No! I have never ran over... oh nevermind."

Jane:
"Well! What happened? Are you alright?"

Freund:
"They ate my lunch! I just came back to the job site and they ate it all!"

Jane:
"Who ate your lunch?"

Freund:
"The crows!"

Jane:
"You are calling me because the crows ate your lunch? Out of the lunch box?"

Freund (ungeduldig):
"No! Jesus! They just took it."

Jane:
"They kidnapped your lunch box?"

Freund:
"Are you listening at all? I did not have my lunch box with me. Everything was in a bag. The crows came and ate three sandwiches, all my crackers, all my M&M's... my M&M's! The ones with the..."

Jane (unterbrechend):
"...with the nuts! Appalling!"

Freund:
"Yeah! With the nuts! All of them! And the worst of it all: They picked my Dr. Pepper open. I got no lunch. I got no money. I am not happy. And I am hungry."

Jane:
"I am so sorry, honey. Ask Amber if she can give you some money."

Freund (beleidigt):
"No. I'll just starve."

Jane:
"How did you know that crows ate it all?"

Freund:
"I read their foot prints."

Januar 17, 2007

Lovely America
Heute: Kulturelle Errungenschaften


Jane holt Eiswürfel aus dem Eisfach.

Jane (erfreut):
"Oh! Your ice cubes fall out so easily! What's up with that?"

Freund (abwesend):
"Uhm."

Jane (lexikonhaft):
"You know, in Germany you have to hammer the box on the counter. Kind of annoying and noisy. The ice hardly comes out."

Freund (triumphierend):
"Well, honey, we Americans have had a long tradition of ice cube making. I reckon you Germans should concentrate less on cars and more on ice."

Jane:
"Oh shut up."


Januar 16, 2007

November 02, 2006

"The difference between stupidity and genius is that genius has its limits."
(Albert Einstein)


Duschköpfe in den USA befinden sich meist total festgeschraubt an der Wand, was das Duschen teilweise verkompliziert und das Putzen der Badewanne erst recht. Deswegen gebe ich dem Freund immer eine Flasche Putzmittel plus Schwamm mit zum Duschen, soll er mal ein bisschen schrubben. 

Amerikanische Badewannen selbst sind extrem niedrig, was Baden recht öde macht, da ständig irgendein Bein oder Arm unsinnig hervorragt und empfindlich abkühlt. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, alle Körperteile gleichzeitig in so einer Wanne unterzubringen. 

Fazit: Neulich stand ich also recht unmotiviert in der Dusche herum, als es an der Tür hämmerte. Wenn jemand an die Tür hämmert, schreit der Freund immer "You knock like the damn police!", was ich nicht nur auf dem Weg zur Tür dachte, sondern noch viel mehr als ich sah, dass tatsächlich die Polizei vor mir stand. 
Zwei streng aussehende, schwarz uniformierte Polizisten, mit Knüppel an der linken und Handschellen an der rechten Seite des Gürtels. Was für ein Auftritt! 
Ich muss eine leicht peinliche Erscheinung gewesen sein: Halb angezogen, halb in ein Handtuch gewickelt, ein Fuß ohne Socke, Haare undefinierbar zu einem Knäuel zusammengebunden, Mascara in der Hand, aber noch nicht auf den Wimpern. 
In solchen Situationen vergesse ich gern, welche Sprache ich sprechen muss und fange grundsätzlich erst einmal mit einem ordentlichen "Guten Tag, wie kann ich Ihnen denn helfen?" an, inklusive Betonung auf das Wort Ihnen, um hervorzuheben, dass die Polizei nun wirklich das Letzte ist. Was ich für heute erwartete. 

Polizist 1 schlitzäugelte mich an und fragte, wer ich sei. Ich gab eine kurze Zusammenfassung meines Lebens ("Germany!"), was aber sofort abgewürgt wurde mit der Frage, wo Tyler sei.

"Tyler? Meinen Sie Tyler, meinen Mitbewohner? ... Oh nein, das ist nicht mein Gatte, hahahaha, um Himmels willen, hahaha, ich meine HELL NO!" 

Die Polizisten schauten mich immer sonderbarer an, stellten weitere ominöse Fragen und teilten mir anschließend fast schon höflich mit, dass sie in der Einfahrt neben ihrem Wagen warten würden. Fünfzehn Minuten später mussten die Polizisten wohl zum nächsten Donutüberfall und machten sich vom Acker. 

Kurz darauf erschien der gackernde Freund, der sich nicht einmal ansatzweise beeindruckt zeigte von meiner heutigen Vorstellung in Cops, während ein sichtlich vorbeihuschender Tyler unverständlich etwas von "air filter" und "disappeared" murmelte. 
Der Freund gackerte daraufhin noch viel mehr und klärte auf, dass Tyler einen Luftfilter im Wert von $60 von einem Autozubehörhandel hatte mitgehen lassen ohne die großzügige Videokameraeinrichtung des Ladens zu bemerken. 
Tyler rannte derweil in die nächste Nachbarschaft, vergrub den geklauten Luftfilter hinter einem Busch, rannte wieder zurück und versteckte seine Bong unter der roten Kinderrutsche seiner Stieftochter.
Ein tolles Versteck, Tyler, unauffindbar für die nächsten Generationen. 

Als die Polizei zurückkehrte, hatten sie auch Tylers Eltern, Donna und Bruce, im Gepäck. Donna wütete, dass es keine Hochzeit zwischen Tyler und seiner Verlobten Lisa geben würde, sollte sein Leben weiterhin so aus dem Ruder geraten. Bruce war außer sich vor Ärger über seinen mißratenen Sohn und redete wild auf den weinenden, inzwischen oberkörperfreien Tyler, die strengen Polizisten und das teilnahmslose Polizeiauto ein. Das ging dummerweise so weit, dass die Polizisten tatsächlich Mitleid hatten und Tyler nicht einsperrten. Nicht einmal der Knüppel kam zum Einsatz! 

Zum Abschluss rief der Polizist, dass er keine Lust hätte, noch einmal dieses Jahr vorbeizukommen. Das erste Mal wegen Schießerei im Vorgarten, das zweite Mal wegen Bedrohung mit einer Waffe an der Tür und das dritte Mal wegen Prügelei mit Paul, dem Nachbarn, hätten doch nun wirklich gelangt, nicht wahr? 
Tyler nickte beschämt. Bruce kochte aus den Ohren heraus, Donna weinte nun stellvertretend für ihren Sohn. 

Der Freund und ich stiegen derweil in unser Auto, zündeten eine Beruhigungszigarette an und fuhren zum nächstbesten Zeitungsladen. 
Zeit, mal wieder umzuziehen, vielleicht dieses Mal sogar in ein Apartment mit beweglichem Duschkopf und ausklappbarer Badewanne.